Mehr als die Hälfte der Schweizer KMU haben Mühe, offene Stellen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Das besagt eine neue Studie der Credit Suisse.

Rund 600'000 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) beschäftigen zusammen mehr als zwei Drittel aller Erwerbstätigen in der Schweiz. Die KMU sind damit das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Diese hat jetzt Kreuzweh bekommen.

Denn die KMU ringen mit einem massiven Fachkräftemangel. «Mehr als die Hälfte der rekrutierenden KMU haben Mühe, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden», schreibt die Credit Suisse (CS) in der am Donnerstag veröffentlichten Studie «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU».

90'000 KMU akut vom Fachkräftemangel bedroht

1900 Schweizer KMU befragte die CS in der Studie zu Faktoren und Rahmenbedingungen, die zu deren Erfolg beitragen. Das Ergebnis ist ernüchternd. «Rund ein Viertel dürfte akut vom Fachkräftemangel betroffen sein – auf die Schweiz hochgerechnet sind es rund 90'000 KMU», rechnet die CS.

Als Grund für das Ausbleiben geeigneter Kandidaten nannten die befragten Unternehmer vor allem den Mangel an fachtechnischen Fähigkeiten. Führungs- und Projektmanagement-Positionen seien auch schwer zu besetzen.

Grenzgänger helfen der Westschweiz und dem Tessin

In diesen Regionen ist der Fachkräftemangel stark (rot) oder schwach (blau) ausgeprägt.
In diesen Regionen ist der Fachkräftemangel stark (rot) oder schwach (blau) ausgeprägt. Credit Suisse

Nicht jedes KMU ist von dem Fachkräftemangel gleich stark betroffen: Laut der CS haben Firmen aus grösseren Städten seltener Schwierigkeiten bei der Rekrutierung als KMU auf dem Land oder in Bergregionen.

Die grössten Rekrutierungsschwierigkeiten haben KMU in den Regionen Ost- und Zentralschweiz. Dagegen haben laut der CS das Tessin und die Genferseeregion weniger stark mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. «Teilweise dürften die Firmen aus diesen Regionen von der überdurchschnittlich hohen Zahl an Grenzgängern profitieren, die dort arbeiten», heisst es in der Studie. (grv)

 

Quelle: CS